2017 Bundesliga Finale Damen

Ingolstädter Damen mit erfolgreichem Debüt in der 2. Tischfußball-Bundesliga

Eine Woche nach den Herren schaffen die Damen des TSC Kick’IN in ihrer ersten Saison den Klassenerhalt in der 2. Tischfußball-Bundesliga.

Mit einem fünften Platz und elf Punkten aus den ersten Spielen der Vorrunde fuhr man nach Bad Soden am Taunus zum Finale. Das Ziel in der ersten Saison war nicht abzusteigen. Aber die Damen mussten dafür viel Durchhaltevermögen, Disziplin und Teamgeist beweisen, um am Ende sogar Hoffnungen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga zu haben.

Ablauf der Damen-Bundesliga

Anders als bei den Herren besteht die Damenbundesliga nicht aus zwei Gruppen, sondern lediglich aus einer mit insgesamt 16 Teams. Somit müssen die Damen in der Vorrunde insgesamt 15 Spieltage bestreiten, während es bei den Männern immer nur elf sind. Da der zeitliche Rahmen aber ebenfalls lediglich zwei Wochenenden umfasst, ist der Spielmodus so ausgelegt, dass ein Spieltag kürzer ist als bei den Herren, d. h. die Damen absolvieren nur fünf statt sieben Spiele. Ein Spiel besteht dabei aus zwei Sätzen und jeder gewonnene Satz wird mit einem Punkt belohnt. Die Mannschaft, die am Ende einer Begegnung sechs Punkte vorweisen kann, hat gewonnen. Bei 5:5 steht es unentschieden.

In der Hauptrunde spielen die ersten acht Plätze um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die letzten acht kämpfen gegen den Abstieg aus der zweiten Liga.

10. Spieltag

Gleich in der ersten Partie musste man gegen den Tabellenführer, Foos Club Köln, antreten. Ein durchaus starker Gegner, der bis zu diesem Zeitpunkt keinen Spieltag verloren hatte. Aber die Damen des TSC ließen sich von Zahlen und Statistiken nicht beeindrucken. Nachdem das erste Spiel noch unentschieden endete, konnten die Kölner zwei Spiele gewinnen und mit 5:1 in Führung gehen. Trotz der drohenden Niederlage blieben die Ingolstädterinnen nervenstark. In den letzten beiden Spielen konnte Sinah Scholz ihr Einzel gewinnen und dabei ihre technisches Können unter Beweis stellen. Im darauffolgenden Doppel schafften es Monika Bowien und Claudia Wagner, ihre Leistungen abzurufen und souverän ihren ersten Sieg zu holen. Am Ende stand es unentschieden und man hatte dem Tabellenführer verdient einen wichtigen Punkt abgenommen.

11. Spieltag

Entsprechend hoch motiviert ging es in die nächste Partie gegen den 1. TFC Berlin. Die Ingolstädter Damen wollten einen Sieg holen. Allerdings zeigte sich schnell, dass es gar nicht so einfach ist, gegen vermeintlich technisch schwächere Gegner zu gewinnen. Die unangenehme Spielweise der Berlinerinnen machte den Damen des TSC Kick‘IN sehr zu schaffen. Obwohl diese bis zum letzten Ball hochmotiviert waren, mussten sie bei dieser Begegnung den Tisch als Verliererinnen verlassen.

12. Spieltag

Da die Spiele ungewöhnlich lange dauerten, musste gleich im Anschluss der nächste Spieltag begonnen werden. Wieder gegen eine Mannschaft aus Berlin, diesmal TFF Kickerparadies. Es schien als wären die Spielerinnen des TSC vom Pech verfolgt, denn sie haben erneut einige Sätze unglücklich verloren. Bei einem Stand von 4:4 hatten sie aber die Chance, die Begegnung im letzten Doppel doch noch zu drehen. Auch hier zeigte sich die Stärke von Stürmerin Sarah Otyepka und deren Abwehrspielerin Andrea Blomeyer. Obwohl jeder Ball wie verhext zu sein schien, behielten sie ihre Taktik bei und verloren beide Sätze jeweils nur sehr knapp. Wieder eine Niederlage und wieder blieb das Gefühl, als das bessere Team verloren zu haben.

13. Spieltag

Auch wenn die bisher gespielten drei Spieltage nur einen Punkt brachten, war die Motivation gegen den nächsten Gegner unverändert hoch. Mit dem TFBS Koblenz stand wieder eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller an den Tischen. Diesmal ließen die Ingolstädterinnen nichts anbrennen und starteten gleich mit einem 4:0. Koblenz ließ sich aber nicht beirren, wehrte sich mit allen erlaubten Mittel und konnte so zum 4:4 ausgleichen. Den ersten Satz im letzten Doppel gewannen wieder die Damen des TSC, im letzten Satz fehlte jedoch die notwendige Genauigkeit, um den Ball als Sieger im Tor zu versenken. Aber wenigstens ein Unentschieden wurde tapfer erspielt.

14. Spieltag

Die letzte Begegnung des Tages bestritten die Damen aus Ingolstadt gegen die Piranhas aus Bochum, die für ihre ruppige Spielweise und heiße Diskussionen bekannt sind. Aber darauf waren die Spielerinnen und der Trainer gut vorbereitet. Unstimmigkeiten vor der Partie wurden bereits mit der Ligaleitung geklärt und ein möglicher Schiedsrichter gefunden. Wie bereits schon mehrmals an diesem Tag war es eine Frage der Ausdauer und des Willens. Die ersten beiden Spiele gingen unentschieden aus, darauf folgte eine Niederlage im Doppel, welche durch die hervorragende Leistung von Sinah Scholz durch ihren Sieg im anschließenden Einzel wettgemacht wurde. Es stand wieder einmal 4:4 vor dem letzten Doppel. Abermals wurde es eine hitzige Partie. Der Schiedsrichter stand zwar bereit, wurde aber doch nicht benötigt. Am Ende blieb es ein gerechtes Unentschieden für beide Seiten.

15. Spieltag

Am nächsten Morgen waren alle Akteure des TSC Kick’IN pünktlich beim Frühstücken. Ein schwerer Brocken wollte am letzten Spieltag bezwungen werden und dafür musste jeder topfit und eingespielt sein. Der Gegner hieß Ballerinas Hamburg und stand auf Platz zwei der Tabelle, knapp hinter Köln. Sinah Scholz und Monika Bowien spielten im ersten Doppel ein Unentschieden, worüber beide sehr unzufrieden waren. Im Einzel musste sich Sarah Otyepka geschlagen geben. Es stand 1:3 aus der Sicht der Ingolstädterinnen. Aber davon ließ sie sich nicht sonderlich beeindruckte. Im anschließenden Doppel holte sie sich zusammen mit der nervenstarken Andrea Bloymeyer die zwei Punkte zurück. Der Zwischenstand lautete 3:3. Dann hatte Sinah Scholz die Gelegenheit sich zu revanchieren und holte souverän zwei Punkte. Nun stand es 5:3. Das letzte Doppel stand bevor, nur ein Satz zum Sieg war notwendig und es spielten Monika Bowien und Claudia Wagner. Gegenseitig pushten sie sich in einen Spielrausch und bezwangen die Ballerinas deutlich. Der erste Sieg war geschafft.

PlayOff

Auch wenn die Ingolstädter Damen in der Vorrunde nur vier Niederlagen einstecken mussten, so reichte es nach der Vorrunde in der Tabelle nur für einen Platz im Mittelfeld. Allerdings war der achte Platz ausreichend um das Primärziel, den Klassenerhalt, direkt zu sichern. Zudem war man in den PlayOff-Runden und hatte die Chance auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Als Gegner stand allerdings ausgerechnet der Foos Club Köln an den Tischen und dessen Spielerinnen wollten den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Diesmal unterschätzen sie die Damen aus Ingolstadt nicht und zeigten von Beginn an ihre Ambitionen zum Aufstieg in die erste Liga. Technisch und taktisch auf sehr hohem Niveau konnte der TSC nur im ersten Doppel Paroli bieten. Die weiteren Einzel und Doppel gingen alle direkt an die Kölner und die Partie endete deutlich für 7:1 für den späteren Meister der 2. Bundesliga.

Dies sollte aber nicht die letzte Revanche für die Ingolstädterinnen gewesen sein. Im anschließenden letzten Spiel um die Platzierungen 5 bis 8 traf man abermals auf einen Gegner des Vortags – den 1. TFC Berlin. Allerdings trafen die Berlinerinnen auf hochmotivierte und dieses Mal sehr selbstbewusste Damen des TSC. Ohne mit der Wimper zu zucken, erspielten sich die Ingolstädterinnen ein deutliches 7:1 und beendeten somit die Saison mit einem verdienten Sieg.

Fazit

Auch wenn das Finale der Damen nicht so dramatisch war wie eine Woche zuvor bei den Herren, so war es nicht minder spektakulär. Gemessen an dem hohem technischen Niveau der Bundesliga zeigte die junge Mannschaft in ihrem ersten Jahr beeindruckende Leistungen, sowohl als Team als auch in den Einzelleistungen. Am Ende bleibt ein sehr guter sechster Platz in der 2. Tischfußball-Bundesliga. Stolz und motiviert freuen sich alle Spielerinnen und Spieler auf die neue Saison im nächsten Jahr.

Leider zeigt sich auch im Profisport der Damen, dass die bayerischen Mannschaften ihren Tribut an die steigende Professionalität in der Bundesliga bezahlen müssen. In der 1. Bundesliga sind die Damen des TFV München abgestiegen und die Kurbelgemeinde Würzburg hat sich durch den letzten Platz in der zweiten Liga komplett vom Profisport verabschiedet. Bleibt nur zu hoffen, dass die bayrischen Vereine diesen Rückstand in den kommenden Jahren aufholen können.

 

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