2017 Bundesliga Finale

Ingolstädter Tischfußballer bleiben erstklassig

Die Tischfußball-Mannschaft des TSC Kick’IN Ingolstadt e.V. hat den Klassenerhalt in der 1. Tischfußball-Bundesliga gesichert.

Es war ein spannungsgeladenes und dramatisches Finalwochenende im Großen Veranstaltungssaal des Maritim-Hotels am Düsseldorfer Flughafen. Insgesamt 24 Mannschaften der 1. Bundesliga und 24 weitere Teams der 2. Bundesliga spielten um Meisterehren, Klassenerhalt oder Aufstieg. Mitten im Geschehen: Die Tischfußballer des TSC Kick’IN Ingolstadt.

Mit lediglich drei Punkten aus den ersten sieben Vorrundenbegegnungen im April im Gepäck trat das Team um Kapitän Andreas Hauptmann die schwierige Mission Klassenerhalt an. Drei Punkte Rückstand bis zum rettenden Ufer – Platz 8 in der Vorrundengruppe B – galt es aufzuholen, wollte man den Gang in die Play-Downs vermeiden. Dazu mussten am Samstag drei der letzten vier Vorrundenbegegnungen gewonnen werden.

Samstag, 19.08.2017 – Starke Aufholjagd in Vorrunde wird nicht belohnt

Der erste Gegner, der TFC Oldenburg, war auf dem Papier als Gruppenzweiter die größte Hürde. Mit wenig Selbstvertrauen, aber dennoch einem ausgeprägten Kampfgeist, wollte man sich im ersten Spiel so teuer wie möglich verkaufen. Und der Start gelang: Nach zwei Unentschieden in den ersten Doppeln und einem Spielstand von 2:2 gewannen die an diesem Wochenende überragenden Christian Müller und Neuzugang Wilhelm Wiedmeier jeweils ihre Einzel. Damit stand es völlig überraschend, aber hochverdient 6:2 für die Ingolstädter und es fehlten noch zwei weitere Satzgewinne aus drei weiteren Doppelpartien zum ersten Sieg des Wochenendes. Und der Auftakt gelang: Nach zwei weiteren Siegen der Doppel Müller/Wiedmeier und Hauptmann/Anderlic lautete das Endergebnis 10:4 für die Ingolstädter.

Nur zwei weitere Siege aus den drei verbleibenden Spielen gegen Berschweiler, Kleinzimmern und Schorndorf waren also noch notwendig, um den ersehnten achten Platz in der Gruppe zu erreichen und den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern. In der zweiten Partie gegen die saarländische Mannschaft des RC Berschweiler musste man auf dem unangenehm zu spielenden Bonzini-Tisch antreten. Trotz großer Gegenwehr mussten die Ingolstädter sich äußerst unglücklich mit 6:8 geschlagen geben. In der dritten Partie konnte man sich souverän mit dem zweiten 10:4 des Tages gegen den Gruppenletzten TFC Kleinzimmern durchsetzen. Platz 8 war damit zum Greifen nah.

Im letzten Gruppenspiel gegen KK Schorndorf musste also ein Sieg her. Doch die Ingolstädter begannen nervös und gerieten schnell mit 2:6 in Rückstand. Gegen an diesem Tag sehr starke Schorndorfer war es den Ingolstädtern trotz heftiger Gegenwehr nicht möglich, das Spiel noch zu drehen. Am Ende scheiterte man an den eigenen Nerven, das letzte Spiel wurde mit 4:10 verloren und man musste in die Play-Downs.

Sonntag, 20.08.2017 – Energieleistung gegen TFC Nürnberg sichert Klassenerhalt in Play-Downs

Schnell war der Gegner im KO-Spiel bekannt: Der TFC Nürnberg. Ausgerechnet die zweite bayerische Mannschaft und der Angstgegner der Ingolstädter der vergangenen Jahre sollte es also sein. Mit einer Niederlage gegen die Franken wäre der Abstieg in die 2. Bundesliga so gut wie besiegelt.

Doch Ingolstadt begann stark. Das Doppel Markus Vollmeier und Christian Thal konnte das erste Doppel unentschieden gestalten, Herbert Steinicke und Matthias Wollitzer aber gewannen ihre Partie und brachten ihre Farben mit 3:1 in Front. Die Einzel standen an. Für den TSC Kick’IN aufgestellt waren wiederum Christian Müller und Wilhelm Wiedmeier. Beide verloren den ersten Satz und Nürnberg konnte zum 3:3 ausgleichen. Die Nerven der Ingolstädter lagen blank. Während Wilhelm Wiedmeier seinen Satz souverän gewinnen konnte und die Ingolstädter kurzzeitig wieder mit 4:3 in Führung brachte, war Christian Müller auch im zweiten Satz gegen einen stark aufspielenden Alex Fielk aus Nürnberg schier aussichtslos im Rückstand. Der erneute Ausgleich drohte. Doch Müller schaffte ein unglaubliches Comeback und gewann den zweiten Satz in einer  Partie, die nicht für schwache Nerven gemacht war, mit 8:7.

Mit dem 5:3 Vorsprung ging es in die letzten drei Doppel. Die Ingolstädter wollten nun das Spiel schnellstmöglich für sich entscheiden, konnten aus den beiden ersten Doppeln jedoch nur einen Punkt auf der Habenseite verbuchen. Somit ging man mit einer 7:5-Führung in das letzte Doppel. Man musste also nur einen der beiden Sätze gewinnen, um das alles entscheidende Spiel um den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse für sich zu entscheiden.

Doch es kam zum absoluten Nervenkrimi. Die Nürnberger Alex Fielk und Dominik Leitner gewannen den ersten Satz gegen die Ingolstädter Markus Vollmeier und Christian Thal ohne Probleme klar mit 5:1. Es stand 7:6, der Vorsprung war auf einen mageren Punkt geschmolzen. Der zweite und letze Satz musste entscheiden. Und die beiden Ingolstädter schafften es, die Partie zu drehen. Dank einiger starker Paraden des Verteidigers Christian Thal und dem immer besser ins Spiel kommenden Stürmers Markus Vollmeier dominierte man den zweiten Satz und gewann ebenfalls mit 5:1. Der Klassenerhalt war gesichert.

TSC Kick’IN krönt Wochenende mit Sieg gegen Kaiserslautern – Ingolstadt letzter bayerischer Erstligist nach Nürnberger Abstieg

Im letzten Spiel gegen den 1. KC Kaiserslautern ging es nach dem Sieg gegen Nürnberg somit nur noch um die Abschlussplatzierung. Besonders auszeichnen konnte sich Willi Vogl bei seinem Comeback nach mehrjähriger Bundesliga-Abstinenz, der sowohl seine Einzelpartie auf dem Heimtisch und dem Bonzini-Tisch gewinnen konnte und im Doppel mit Matthias Wollitzer ein Unentschieden erreichte. Am Ende gewannen die Ingolstädter auch das zweite Sonntagsspiel mit 8:6 und sicherten sich Platz 17 in der alle 24 Teams erfassenden Abschlusstabelle.

Die Bilanz des Wochenendes ist mit insgesamt vier Siegen aus sechs Partien also durchaus positiv zu bewerten. Einstellung, Moral und ein unglaublicher Teamgeist haben die Ingolstädter zum Klassenerhalt getragen. Und Ingolstadt kann stolz sein auf seine Tischfußballer: Nach dem Nürnberger Abstieg hält man als letzter Vertreter in einem sich immer weiter professionalisierenden Wettbewerb die bayerische Fahne hoch.

Doch die nächsten Schritte in der Weiterentwicklung des Vereins sind zwingend notwendig, soll dies so bleiben. So hofft man auf die Unterstützung der Stadt Ingolstadt, um einen größeren Raum mit besseren Trainingsbedingungen zur Verfügung gestellt zu bekommen und im Bereich der Jugendförderung weiter nachhaltig arbeiten zu können. Der Anfang ist also gemacht im Ingolstädter Tischfußball – mal wieder, wie jedes Jahr.

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