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ITSF Tischfußball Weltmeisterschaft 2017

Am Osterwochenende fand in Hamburg das größte und wichtigste Turnier im Tischfußball statt – der ITSF World Cup.

An fünf Tagen wurden an über 120 Tischen insgesamt 2000 Begegnungen ausgetragen, um die weltbesten Spielerinnen, Spieler und Nationen zu bestimmen.  Gespielt wurde dabei auf fünf unterschiedlichen Tischen. Bonzini, Garlando, Leonhart, Roberto Sport und Tornado. Diese Vielfalt ist dabei die große Herausforderung für die 850 Teilnehmenden. Gewinnen kann nur, wer sowohl auf seinem als auch auf dem gegnerischen Tisch Tore schießt.

Ausreichend Platz fand man im „Kampnagel“, dem Gelände einer ehemaligen Maschinenfabrik, das hauptsächlich als Veranstaltungsort für zeitgenössische darstellende Kunst genutzt wird. Aufgeteilt auf mehrere Hallen, die teilweise mit Tribüne und Leinwand ausgestattet waren, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer größtenteils unter sich und konnten sich auf ihre Begegnungen konzentrieren. Die interessantesten Partien konnte man in der Final-Arena auf großen Leinwänden bestaunen. Dabei wurde sogar jedes Tor in Zeitlupe wiederholt und offenbarte dabei das technische Können der weltbesten Spielerinnen und Spieler.

World Cup 2017 Internationaler Wettbewerb

In jeder Halle konnte man es sehen und auch spüren – die Anspannung der Spieler und den Stolz in den Augen der Träger der Nationaltrikots. Egal ob Peruaner, Südafrikaner, Taiwanese oder Europäer. Jeder wurde respektvoll behandelt und seine Leistungen wurden applaudierend anerkannt. Dabei haben viele kleine bzw. bei uns unbekannte Nationen durchaus einen bleibenden Eindruck hinterlassen. China mit ihren zahlreichen Junioren, Iran mit ihrem Mädchen, welches die Juniorenweltrangliste anführt, oder die stark spielenden Damen aus Bulgarien, die es bis ins Halbfinale schafften.

Die meisten Teilnehmenden stellte Deutschland mit insgesamt 134 Spielerinnen und Spieler. Die Ziele waren natürlich hoch gesteckt. Weltmeister im eigenen Land – wer möchte das nicht werden? Am Ende konnten aber leider nicht alle Erwartungen erfüllt werden.

Bei den Disziplinen der Nationalmannschaften schafften die Junioren das Triple und wurden abermals Weltmeister. Die Senioren und die Rollstuhlfahrer holten sich jeweils die Bronzemedaille. In den Spielerdisziplinen gewannen die Deutschen Jörg Harms und Marvin Velasco das Doppel bei den Herren. Ein Ergebnis, das aus deutscher Sicht nicht unerwartet war, aber international etwas Besonderes darstellt. Ein Junior wird Weltmeister im Doppel. Auch im Einzel konnte sich ein Deutscher an die Spitze spielen. Thomas Haas qualifizierte sich als letzter deutscher Spieler für die WM und überzeugte trotzdem überragend im Finale gegen den Belgier Yannick Correia. Bei den restlichen Disziplinen der Damen, Senioren und Junioren standen die Deutschen ebenfalls mehrmals auf dem Siegertreppchen.

World Cup 2017 Junioren

Für die angereisten Fans wurde es auch zwischen den Turnierspielen nie langweilig. Ein Integrationsturnier für Menschen mit Einschränkungen wurde vom weltgrößten Kickerverein, dem FC St. Pauli, veranstaltet und in einem Turnier für Jedermann wurde der Kneipenkicker-Weltmeister ermittelt.

Die Kultstätte und Geheimtipp für alle Tischfußballbegeisterte, das „Sidekick“ aus Harburg, kürte bei einem „Monster“-DYP aus über 80 Teilnehmenden ein weiteres „Monster des Monats“. Es wurden dabei so viele Runden gespielt bis weniger als vier Spieler mit mindestens einem Leben übrig blieben. Wobei jeder Spieler mit drei Leben begann und bei einer Niederlage jeweils ein Leben verlor.

Aber auch abends nach dem Turnier war einiges geboten, denn der Standort Hamburg wurde weise gewählt. Nirgendwo sonst wird in Deutschland die Tischfußballszene so eindrucksvoll gelebt. Unglaubliche 100 Teams mit 900 Spielerinnen und Spieler bilden die Hamburger Tischfußballliga. Die Grundlage dafür ist jedoch die berauschende Kneipenkultur. In beinahe jedem Lokal steht ein Kicker oder besser gesagt ein Turniertisch wie Leonhart oder Ullrich. Mitspielen kann und darf jeder. Man legt 50 Cent auf den Tisch, klopft kurz und sofort wird man mit einem kurzen Nicken als weiterer Herausforderer registriert. Gespielt wird nach Kneipenregeln und die wichtigste lautet dabei „Spaß am Spiel“ haben. Neben dem wohlbekannten Kixx lohnt es sich immer am Hamburger Berg vorbeizuschauen. Dort wird quasi überall gekickert.

World Cup 2017 Extra langer Tisch

Was nach einem so großartigen Turnier bleibt, sind viele neue Freunde, viele Inspirationen für den eigenen Verein und die Motivation wieder zu einer WM zu fahren. Denn nach fünf Tagen Tischfußball auf Weltmeisterniveau war die Heimreise im Zug nach Ingolstadt ungewohnt still. Kein Klackern und kein Torjubel waren zu hören.

Tschüss Hamburg und danke für die tolle Show.

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